SiGURT
Der SiGURT soll eine Brücke zwischen Verkehrssicherheit und Naturschutz schlagen. Er hat das Potential Fahrzeuge bei einem Abkommen automatisch und sanft umzulenken (Recoverability) und Abkommensfolgen zu minimieren, indem er einen hindernisfreien Seitenraum (Safety Zone) erzeugt; hierfür macht sich der SiGURT die physikalischen Prinzipien der “Schiefen Ebene” zu nutze. Im Vergleich zu einem Anprall an -die sonst üblicherweise bei Hindernissen neben der Straße eingesetzten- Schutzplanken, sind deutlich geringere Unfallfolgen zu erwarten. Gleichfalls ermöglicht der SiGURT einen natürlichen Lebensraum (Pflegekonzepte) neben der Straße ohne die Verkehrssicherheit zu gefährden, indem Bäume außerhalb des für Fahrzeuge erreichbaren Raumes (durch Herstellung einer aufsteigenden Böschung) angesiedelt werden. Aufgrund der Verlagerung der Bepflanzung (Büsche, Sträucher) außerhalb des Lichtraumprofils und der Sichtfelder in den Extensivbereich (Pflegeturnus nur ca. alle 3 bis 5 Jahre), ist die Pflege mit wesentlich geringeren Kosten durchführbar. Zugleich wirken sich diese Vegetationszonen (Büsche und Sträucher) bei einem Abkommen positiv auf die Unfallschwere aus (verformbar und energieabsorbierend). Dies wurde durch Studien bestätigt. Bäume können auf einer Höhe ab 3 m auf dem SiGURT angepflanzt werden. Zur Böschungsmodellierung kann - bei eintsprechender Eignung - aufbereitetes Bankettschälgut wiederverwendet werden. Durch diese Art der Verwertung können die, bei Bankettschälarbeiten üblicherweise entstehenden, erhebliche Entsorgungskosten für das Bankettmaterial reduziert werden. Das Material ist im Vorfeld zu sieben, um den organischen Anteil (Wurzel und Grünanteil) zu reduzieren und mit geeignetem Zusatzmaterial (z.B. Vorsieb, Überkorn etc.) zu mischen, um die Verdichtbarkeit und Standfestigkeit zu verbessern. Die Stabilisierung der Böschungskonstruktion kann bei Erfordernis zusätzlich mit sogenannten “Geozellen”, einem hochfesten, wasserdurchlässigen, umweltfreundlichen Wabensystem (z.B. vom Hersteller TERRAM) stabilisiert werden. Maßgebend ist, daß die Böschungsoberfläche durch ein abkommendes Fahrzeug sicher befahrbar ist, ohne daß, dieses zu tief einsinkt oder zu ruckartig abgebremst wird (Schleudergefahr, Umkippen). Der SiGURT erfüllt darüber hinaus durch seine Gestaltung eine Leitfunktion (Kennzeichnung des Streckenverlaufes) und fördert ein erhöhtes Aktivierungsniveau des Fahrers durch ein abwechslungsreiches bepflanztes Umfeld. Er bindet die Straße in die Landschaft ein. Besonders in Kurven kann er die Verkehrssicherheit verbessern, den Einsatz von Schutzplanken entbehrlich machen und (trotzdem) fahrbahnnahe Pflanzungen ermöglichen. Der SiGURT ist RPS-konform, das heißt nach Maßgabe der Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme (RPS 2009) einsetzbar. 
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